GELB + GLÄNZEND = GIFTIG

01.04.2025

Hast du diese Regel schon einmal gehört?

Gemeint sind damit die gelben und glänzenden Blütenblätter vieler Hahnenfußgewächse. Aber gibt es auch hier Ausnahmen - wie bei den meisten Regeln?

Als Beispiel der giftigen, gelb und glänzend blühenden Hahnenfußarten möchte ich zum Beispiel die folgenden aufzählen:

  • den Scharfen Hahnenfuß (Ranunculus acris)
  • den Brennenden Hahnenfuß (Ranunculus flammula)
  • den Knollen-Hahnenfuß (Ranunculus bulbosus)
  • den Gift-Hahnenfuß (Ranunculus sceleratus)

Kennst du sie? Sie enthalten als wichtigsten Wirkstoff das Protoanemonin. Dieser Stoff wirkt stark reizend auf Haut und Schleimhäute. Durch Hautkontakt beim Pflücken und auch durch zum Beispiel das Liegen auf den Pflanzen, kann es zur so genannten Wiesendermatitis kommen.

  • Bei einer innerer Aufnahme:
  • Brennen im Mund und im Rachen
  • Reizungen der Magen- und Darmschleimhäute
  • Krämpfe und Durchfälle
  • Nierenentzündung
  • In schweren Fällen, auch Störungen des Nervensystems und Lähmungen (Atemlähmung)

Heute möchte ich dir aber nicht nur vom Gifstoff Protoanemonin und den giftigen Vertretern berichten, sondern auch von einer Ausnahme dieser Regel - dem Scharbockskraut.

Das Scharbockskraut ist nämlich eine Ausnahme von dieser Regel!

Wenn du die jungen Blätter erntest, bevor die Blüten kommen, kannst du sie als kleine Beigabe in deiner Nahrung verwenden. Sie enthalten viel Vitamin C. Daher auch der Name – Scharbockskraut. Dieser Trivialname leitet sich von Scharbock (=Skorbut) ab, da die Vitamin C haltigen Blätter früher gegen diese Mangelerscheinung eingenommen wurden.

Die Pflanze sollte jedoch nur vor der Blütezeit in mäßigen Mengen genossen werden, da hier der Gehalt an Protoanemonin gering genug ist. Der Gehalt an Protoanemonine ist jedoch nicht allein von der Blütezeit abhängig, sondern auch von Standort und Bodenbeschaffenheit.

Tritt bei einem Geschmackstest ein "stechend-bitterer" Geschmack auf, solltest du die gesammelten Pflanzenteile vor dem Verzehr trocknen! Oder eben auf den Genuss verzichten.

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